Onlineshop Kosten: An diese Kosten solltest du denken [2022]

Niemand kauft etwas, ohne den Preis dafür zu kennen. Alleine der Gedanke daran ist schon völlig absurd. Wenn du im E-Commerce richtig durchstarten willst mit einem Onlineshop, dann hast du logischerweise folgenden Gedanken: Was kostet ein Onlineshop eigentlich?

Eine pauschale Antwort darauf gibt es nicht. Du kannst quasi kostenlos einen kleinen, aber sehr eingeschränkten Onlineshop erstellen. Die Skala ist aber nach oben hin offen. Je höher die Ansprüche, desto teurer wird es. Shops à la Amazon kosten Millionen.

In diesem Artikel gehen wir systematisch die wichtigsten Faktoren durch, die einen erheblichen Einfluss auf die Kosten haben, die dich erwarten. So kannst du für dich in etwa abschätzen, wie viel du in dein neues Projekt investieren musst.

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1. Die Kosten für das Shopsystem

Die meisten Onlineshops werden nicht individuell entwickelt. Das würde viel zu lange dauern, sehr teuer werden und viel Zeit in Anspruch nehmen. Viel einfacher und günstiger ist es, wenn du auf ein bewährtes Shopsystem setzt. 

Damit kannst du auch als Laie mit ein paar Mausklicks einen eigenen Onlineshop zusammenstellen. Natürlich ist dann dein Shop noch lange nicht fertig. Du musst zum Beispiel noch weitere Seiten für deinen Shop einrichten und auch deine Artikel einstellen.

Wenn du die vorgefertigten Shop-Seiten an deine Vorstellungen anpassen willst, dann musst du auch dafür ein wenig Zeit einkalkulieren. Die Shopsysteme sind aber so benutzerfreundlich, dass du das nach einer Einarbeitungsphase problemlos hinbekommst.

Wenn du dich schon ein wenig näher mit dem Thema Onlineshops befasst hast, dann sind dir Shopify, Gambio oder Jimdo sicher schon ein Begriff. Es handelt sich hierbei um kostenpflichtige Cloud-basierte Shopsysteme.

Open-Source Shopsysteme wie WooComerce oder Prestashop sind zunächst einmal kostenlos. In der Realität musst du aber doch für gewisse Dinge zahlen. Auf dieses Thema gehen wir im folgenden Abschnitt genauer ein.

Für das Shopsystem allein kannst du dich in etwa auf Kosten in Höhe von 20–300 Euro pro Monat einstellen.

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2. Domain und Hosting-Kosten

Wenn du dich für ein Cloud-Shopsystem wie Shopify oder Jimdo entscheidest, dann sind die Kosten für die Domain und das Hosting bereits im monatlichen Preis für das Shopsystem mit inbegriffen.

Bei den kostenlosen Open Source-Systemen wie WooCommerce fallen indirekte Kosten für Domain und Hosting an. Du brauchst eine Website, auf der WordPress läuft. Weshalb? Ganz einfach: WooCommerce ist ein Plug-in für WordPress.

Denkst du jetzt: „Halt, stop!“, weil du keine Ahnung hast, wie man WordPress auf einer Website installiert und zum Laufen bringt? Das musst du gar nicht. In der Regel kannst du das bei einem Webhosting-Anbieter WordPress einfach per Knopfdruck erledigen.

Wenn du eine Domain brauchst, dann kannst du sie beispielsweise bei einem Anbieter wie webgo bestellen. Achte aber grundsätzlich darauf, dass du nur eine Domain mit .de oder .com Endung nimmst. Andernfalls könnte sie unseriös wirken, was du vermeiden solltest.

Was also musst du in etwa für eine Domain und das Hosting pro Monat investieren? Auch hier geht die Preisspanne wieder weit auseinander. Du kannst mit Kosten von 10–100 Euro pro Monat kalkulieren.

3. Produktkosten

Bei deiner Kalkulation ist es sehr wichtig, dass du auch die Kosten für die Warenbestellung im Auge behältst. Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Optionen, die du hast:

  • Dropshipping: Beim Dropshipping verkaufst du Produkte, die du nicht selbst auf Lager hast. Du brauchst deshalb auch kein großes und teures Warenlager, das du unterhalten musst. Das Produkt an sich kostet dich nichts.
  • Private-Label: Du kannst bei einem Hersteller ein Private-Label Produkt anfertigen lassen, das du personalisieren lässt und unter deinem Markennamen verkaufst. Allgemein kannst du mit mittleren bis hohen Kosten rechnen (3.000-10.000 Euro pro Bestellung).
  • Eigenes Produkt entwickeln: Natürlich kannst du auch ein eigenes Produkt entwickeln. Das ist aber sehr aufwendig, langwierig und auch teuer. Du musst mit sehr hohen Kosten rechnen, die weit über 10.000 Euro liegen können.

Bevor du dich in dein Abenteuer stürzt, ist es unerlässlich, dass du genau weißt, was du tust. Es gibt viele rechtliche Fallstricke, die du kennen solltest. Gerade wenn du Produkte aus dem nicht-europäischen Ausland importierst, musst du wirklich vorsichtig sein.

Lass dich vorher am besten gut von einem Anwalt und anderen Fachleuten beraten. Du musst Regularien einhalten und benötigst Zertifizierungen bei bestimmten Produktkategorien.  Du hast Sorgfaltspflichten und Risiken, die du vorab prüfen musst. Mehr zum Thema im Abschnitt IT-Rechtsberatung & Versicherungen.

4. Lager- & Transportkosten

Ein wichtiger Faktor bei deiner Preiskalkulation sind auch die Lager- und Transportkosten.

  • Der Transport per Luftfracht dauert nur 2-3 Tage. Dafür musst du aber auch tief in die Tasche greifen.
  • Die Seefracht hingegen kostet dich vergleichsweise wenig. Dafür dauert es 6-8 Wochen, bis die Ware hier eintrifft.
  • Du kannst dir natürlich auch ein eigenes Lager zulegen. Du musst dann Miete, Strom, Heizung, Versicherungen usw. Monat für Monat bezahlen. Hier kann schnell ein ordentliches Sümmchen zusammenkommen.
  • Bei einem Fulfillment Service lagerst du deine gesamte Logistik an einen Dienstleister aus. Dieser nimmt unter anderem Bestellungen an, verpackt die Ware und verschickt sie. Selbstredend musst du für diesen Rundum-Service zahlen.
  • In den letzten Jahren ist Amazon FBA sehr populär geworden. Es handelt sich hier auch um einen Fulfillment Service. Amazon übernimmt die Logistik komplett für dich. Amazon Prime Kunden können sich deine Produkte so gratis liefern lassen.

Wenn du einen Fulfillment-Anbieter in Anspruch nimmst, dann kannst du mit den folgenden Kosten rechnen, die pro Paket für die Warenannahme und den Versand anfallen.

  • Warenannahmen: 1,30 – 2 Euro pro Paket
  • Lagerung: 6 – 12 Euro pro Monat pro Palette oder 1,50 – 6 Euro pro Stellplatz im Lager
  • Kommissionierung & Versand (abhängig von Größe, Gewicht und Zustellungsgebiet und ob national und international)
    • 0,80 Euro pro Pick (Kommissionierung der Ware)
    • 0,30 – 1 Euro pro Sendung

5. Produktbeschreibungen und Produktfotografie

Natürlich kannst du selbst Beschreibungen für deine Artikel anfertigen, wenn du wirklich gute Texte schreiben kannst. Dazu musst du wissen, wie du deine Zielgruppe richtig ansprichst. Wichtig ist es, die richtige Tonalität zu treffen. Sonst verschreckst du die Kaufinteressenten.

Du brauchst also ein ausgeprägtes Sprachgefühl. Es ist auch entscheidend, dass du weißt, wie du Kaufinteressenten zu Käufern machst. Das Zauberwort hier lautet Konversion. In anderen Worten müssen deine Beschreibungen erfolgreich konvertieren.

Der Punkt ist aber, dass viele nicht wirklich gut schreiben können. Es ist viel wahrscheinlicher, dass du viel besser verkaufen wirst, wenn du auf professionelle Produktbeschreibungen setzt. 

Ein erfahrener Texter stellt dir dafür 25-50 Euro je Produktbeschreibung in Rechnung – je nach Länge. Das mag sich nach viel anhören, aber was bringt dir eine Produktbeschreibung, die Leser nicht überzeugt und zum Kaufen animiert?

Genauso wichtig sind tolle Produktfotos. Die solltest du nur selbst machen, wenn du dich wirklich gut mit dem Thema Fotografie auskennst. Es ist eine Kunst, ein Produkt auf einem Foto wirklich gut aussehen zu lassen. Du kannst hier in etwa mit 50 Euro pro Bild rechnen.

6. Design-Templates & Logo-Design Kosten

Du kannst bei deinem Shopsystem ein Standard-Template auswählen und dir mit einem Generator ein Logo generieren lassen. Das kostet dich erst mal gar nichts, aber Du hast aber auf jeden Fall ein Design „von der Stange“. Beeindrucken tut das niemand.

Geiz ist nicht immer geil, um es Mal so zu sagen.

Womöglich hast du schon Mal von Fiverr und Co. gehört. Dort kannst du für vergleichsweise kleines Geld derlei Aufträge outsourcen. Eine andere Möglichkeit ist, eine Logo-Design-Plattform wie 99Designs zu nutzen.

Diese bietet dir die Möglichkeit, dass du ein Logo-Design Wettbewerb erstellt. Der Vorteil ist hierbei, dass du sehr viele Logo-Vorschläge bekommst. Allerdings ist der Preis um ein vielfachen höher als bei Fiverr.

Bei einem Logo Design kannst du mit 50-300 Euro rechnen. Das erscheint sicher teuer, aber du kannst bei einem professionellen Designer davon ausgehen, dass du hervorragende Arbeit bekommst. Copyright-Verletzungen müsste der Designer selbst verantworten.

Neben dem Logo ist das Design-Template deines Shopsystems eine Möglichkeit, deinem Online-Shop eine individuelle Note zu verleihen. Deswegen solltest du darüber nachdenken, ein kostenpflichtiges Design-Template zu nutzen. Dafür wären 50-150 Euro​​ fällig.

7. IT-Rechtsberatung & Versicherungen Kosten

Ein leidiges Thema für jeden Onlineshop- und Webseitenbetreiber ist die Abmahngefahr. Du brauchst daher eine gute IT-Rechtsberatung. Es gibt einfach viel zu viele unterbeschäftigte und gelangweilte Juristen, die einen „schnellen Euro“ machen wollen.

Du kannst die Services vom Händlerbund und der IT Recht Kanzlei in Anspruch nehmen. Für eine IT-Rechtsberatung gehst du eine Mitgliedschaft beim Händlerbund ein. Die kostet 25 Euro/Monat.

Wenn du physische Güter verkaufst, dann sind eine Unternehmenshaftpflicht und eine Produkthaftpflicht wichtig und es liegt in deinem eigenen Interesse, dich gegen mögliche Haftungsrisiken abzusichern.. 

Die Unternehmenshaftpflicht deckt alle Schäden ab, die durch dich, dein Unternehmen oder deine Angestellten verursacht werden (Sachschäden, Vermögensschäden usw.). Hast du diesen Schutz nicht, dann musst du mit deinem gesamten Firmenvermögen dafür haften.

Für die Unternehmenshaftpflicht werden im Jahr 100 bis 280 Euro fällig. Das ist ein geringer Preis, um dich gegen eine Vielzahl von Risiken abzusichern.

Nicht nur Hersteller, sondern auch Quasi-Hersteller, Zwischenhändler und so weiter müssen für Schäden haften, die durch ihre Produkte entstanden sind. Hier können die Kosten schnell ins Unermessliche steigen, was dein Unternehmen schnell in die Insolvenz treiben kann.

Eine Produkthaftpflicht ist Teil einer Betriebshaftpflichtversicherung. Es werden jedoch nicht alle Schadensfälle abgedeckt wie zum Beispiel echte Vermögensschäden. Daher ist es in einigen Fällen anzuraten, eine zusätzliche Produkthaftpflichtversicherung abzuschließen.

Für eine Produkthaftpflicht zahlst du abhängig vom jeweiligen Produkt zwischen 15 und 25 Euro pro Monat.

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8. Transaktionsgebühren für Payment-Provider

Es gehört einfach dazu, dass du deinen Kunden Zahlungsmöglichkeiten wie PayPal, Stripe oder Shopify Payment anbietest. Sie sind schnell, bequem und deine Kunden sind sicher, dass sie ihre Ware auch bekommen. Tust du es nicht, werde einige woanders kaufen.

Der Nachteil ist leider, dass du üppige Transaktionsgebühren zahlen musst bei jeder Bestellung. Allerdings bekommst du dafür auch einen reibungslosen Bezahlprozess, der deinen Kunden alle erdenklichen Zahlungsmethoden anbietet.

Ein reibungsloser Bezahlvorgang kann über den Erfolg oder Misserfolg eines Online-Shops entscheiden. Eine aktuelle Studie von uns kam zum Ergebnis, dass über dreiviertel der Warenkorbabbrüche auf den Zahlungsvorgang gerechnet werden können.

Für Shopify Payments zahlst du keine Transaktionsgebühren. Es gibt hier aber gewisse Einschränkungen. Nicht jeder kann die Shopify-Payments-Vorteile beanspruchen. Wenn du beispielsweise in Österreich, Schweden oder Belgien wohnst, musst du Gebühren zahlen.

Bei Paypal und Stripe sind die fälligen Gebühren ganz ähnlich. Grob gesagt bezahlst du für jede Transaktion 2,9 % des Geldbetrags plus 30 Cent als Aufschlag. Die Berechnung bei PayPal ist im Detail noch ein wenig komplizierter.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein Onlineshop monatlich?

Damit du einen Online-Shop betreiben kannst, würde ich mindestens mit 50 Euro pro Monat rechnen, wenn du eine Shop-Lösung wie Shopify nutzt. Ein komplexes Shopsystem mit vielen Produkten kann im Monat auch über 100.000 Euro im Monat kosten.

Wer kann mir einen Onlineshop erstellen?

Es gibt zahlreiche Agenturen auf dem Markt, die dir Online-Shops erstellen können. Mittlerweile gibt es aber auch Baukasten-Systeme wie Shopify, die es dir sehr einfach machen einen Onlien-Shop zu erstellen.

Wie erstelle ich ein Online Shop?

In unserem Guide Online-Shop erstellen erklären wir ganz genau in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du einen Online-Shop erstellen kannst.

Wie erstelle ich einen Online Shop kostenlos?

In unserm Artikel Onlineshop erstellen kostenlos zeigen wir, dir die Möglichkeiten auf, wie du auch kostenlos einen Online-Shop erstellen kannst.

Was brauche ich alles für einen Online Shop?

Damit du an alles denkst bei der Erstellung deines Online-Shops haben wir für dich in unserem Artikel Onlineshop erstellen was beachten, die wichtigsten Dinge festgehalten, an die du denken musst.

Fazit

Wie du siehst, ist die Frage „Was kostet ein Onlineshop eigentlich?“ nicht pauschal und einfach zu beantworten. Niemand kann dir vorab auf den Euro genau sagen, was du für deinen Online-Shop investieren musst.

Selbst eine grobe Schätzung ist schwierig, da sie von deinen Wünschen und Zielen abhängt. Du musst hier unterscheiden zwischen einmaligen und laufenden Kosten, die zudem noch fix oder variabel sind. Das erschwert die Kalkulation zusätzlich noch.

Für das Shopsystem, die Domain und das Hosting liegt die Spanne zwischen 360 und 4800 Euro/Jahr. Die Produktkosten schlagen mit 0-10000 (oder mehr) Euro zu Buche. Eine Unternehmenshaftpflicht kostet 100-280 Euro jährlich.

Für ein Onlineshop-Template und ein Logo zahlst du einmalig 100-450 Euro. 

Die Lager- und Transportkosten sind vollkommen variabel wie auch die Kosten für Produktbeschreibungen, Produktfotos, Produkthaftpflicht-Versicherungen und Zahlungsabwicklungen mit PayPal & Co.

Wie du siehst, kommt einiges auf dich zu. Eine gute Vorbereitung ist alles. Steck den Kopf nicht in den Sand! Mit ein wenig Einsatz meisterst du alle Hürden und Hindernissen. Wenn du gleich starten willst, dann empfehle ich dir meinen Artikel Online-Shop Erstellen.