Onlineshop erstellen was beachten: 9 wissenswerte Tipps

Onlineshop erstellen was beachten

Möchtest du endlich deinen eigenen Onlineshop eröffnen? Du bist dir aber noch nicht sicher, ob du an alles gedacht hast. Es gibt einige Fallstricke, die du beachten musst, bevor du deinen Online-Shop erstellst. So kann das teure Konsequenzen für dich haben. 

Deswegen möchte ich dir in diesem Artikel einmal die wichtigsten Dinge sagen, die du beachten musst, bevor du deinen Onlineshop eröffnest. Du kannst danach besser entscheiden, ob deine Idee die richtige sind. 

Ich werde dir die 9 wichtigsten Dinge vorstellen.

1. Finde die passendes Shopsoftware

Das wichtigste Element, neben deinem Produkt ist das Shopsystem, das du nutzt. Dieses muss zu den Zielen, deines Online-Handels passen. Grundsätzlich kann man zwischen zwei Arten von Shopsystemen unterscheiden: cloudbasierte Lösungen wie Jimdo oder auch Shopify. 

Beide eignen sich für den Anfang. Wobei Jimdo eher für kleine Online-Shops gedacht ist, die nur wenige Produkte haben. Shopify hingegen ist eine Lösung, die bereit einen größeren Funktionsumfang anbietet. 

So kannst du Shopify sowohl für kleinere Online-Shop nutzen, aber auch einen Online-Shop mit vielen tausenden Produkten betreiben.

Neben den cloudbasierten Lösungen gibt es noch die selbst-gehosteten Lösungen. Die bekanntesten Beispiele sind WooCommerce, das auf WordPress basiert und Shopware.

Selbst-gehostet Lösungen bring zwar eine gewisse Flexibilität mit, allerdings musst du eigenständig sicherstellen, dass dein Hosting performant genug ist für die Anforderungen an das Shopsystem und deine Anforderungen.

Deswegen lohnt es sich für den Anfang auf eine Lösung wie Jimdo oder Shopify für den Anfang zu nutzen

Damit du deine Entscheidung leichter fallen kannst, empfehle ich dir meinen Artikel Shopsystem Vergleich zu lesen. Dort bekommst du einen guten Einblick über die besten Shopsysteme auf dem Markt.

2. Finde das passende Produkt & Geschäftsmodell

Was wäre ein Online-Shop ohne Produkte? Nichts!  Deswegen ist das Produkt auch ein wichtiger Teil deine Shops. Solltest du wissen, welches Produkt es sein soll, muss du dich entscheiden, welche Art von Geschäftsmodell du wählst. Um mal die bekanntesten zu nennen:

  • Reselling
  • Private-Label
  • Eigenes Produkt 

Ein Reseller-Business bedeutet, dass du Produkte bei einem Großhändler einkaufst und diese Produkte an Endkunden weiterverkaufst. Du verkaufst Produkte einer anderen Marke an Kunden weiter. Die Marge, die entsteht zwischen dem Großhandelspreis und dem Endkundenpreis bestimmt deine Marge. 

Privat-Label ermöglicht es dir, dass du deine eigene Marke  mit deinem eigenen Produkt aufbaust. Das bedeutet, dass du ein Produkt eines Lieferanten nach deinen individuellen Vorgaben angepasst wird. 

Diese Anpassung erfolgt meisten in Form eines Logos oder leichte Änderung am Produkt. Das Privat-Label Geschäftsmodelle wird von vielen Amazon Händler genutzt. Lieferanten, die Private-Label anbieten, kannst du z. B. über Plattformen wie Alibaba finden.

Eine weitere Möglichkeit, die aber auch die zeit- und kostenintensivste ist es ein eigenes Produkt zu entwickeln. Hierfür musst du einen Lieferanten finden, der genau nach deinen Designs und Konstruktionsdaten ein Produkt herstellt. 

Dies lohnt sich erst wenn, du genügen Kapital hast, um den Herstellungsprozess und die Warenbestellung zu finanzieren.

Außerdem musst du nicht nur die Warenbestellung vorfinanzieren, sondern einen Designer/ Entwickler finden, der dein Produkt nach deinen Maßgaben erstellen. 

Generell solltest du bei der Produktauswahl folgende Maßgaben beachten, die dir den Start als Online-Händler erleichtern:

  • Möglichst niedrige Mindestbestellmenge (engl. MOQ = Minimum Order Quantity): Die Mindestbestellmenge willst du als Online-Händler möglichst gering halten. Dein Lieferant wiederum möchte diese möglichst hoch ansetzen, damit es sich für ihn lohnt. Warum du die MOQ niedrig halten willst, werde ich dir gleich erklären. Viele Lieferanten verlangen von dir, dass du z. B. mindestens 1.000 Stück abnimmst. Das ist von Produkt zu Produkt unterschiedlich.
  • Möglichst niedriger Stückpreis: Dein Produkt sollte möglichst einen niedrigen Stückpreis haben.  Ein hoher Stückpreis führt dazu, dass deine Warenbestellungen sehr teuer werden. Wenn der Stückpreis 20 Euro beträgt und dein Lieferant eine Mindestbestellmenge von 1.000 Stück verlangt, musst du bei jeder Warenbestellung mindestens 20.000 Euro finanzieren. 
  • Möglichst leichtes Produkt: ein leichtes Produkt verursacht nicht nur geringe Versandkosten, wenn du es zum Kunden schickst, sondern es verursacht auch niedrigere Transportkosten.
  • Einfach zu transportieren: Kleinere Produkte sind meisten einfacher zu verpacken und auch einfacher zu versenden. Deswegen ist es für den Anfang gut, dass du vielleicht nicht gleich mit einem sperrigen Produkt anfängst. 
  • Vermeide Elektrogeräte oder Lebensmittel: Elektrogeräte und Lebensmittel unterliegen vielen unterschiedlichen Regularien. Diese musst du einhalten, damit du diese Produkte überhaupt verkaufen darfst. ProductIP bietet eine Plattform auf der du nach benötigten Zertifikaten für Produktkategorien suchen kannst.

All diese Punkte sollten idealerweise zutreffen. Dennoch kann auch das gerade, das Anbieten eines teureren, schwere oder sperrigen Produkten einen Konkurrenzvorteil bieten.

3. Finde einen zuverlässigen Lieferanten

Ein wichtiger Teil des Erfolgs im Bereich Online-Handel ist es einen zuverlässigen Lieferanten zu finden. Auch hier solltest du einige Dinge beachten. Dein Lieferant sollte zuverlässig sein und auch Produkte in gute Qualität herstellen. 

Wenn du nach einem Lieferanten in Fernost suchst, ist Alibaba eine sehr gute Anlaufstelle. Bei Alibaba kannst du Lieferanten zu vielen verschiedenen Produkte finden. Wichtig ist darauf zu achten, dass der Lieferant von Alibaba zertifiziert wurde. 

Das kannst du an der an Zeichen “Verified Supplier” erkennen. Außerdem hast du den Vorteil, dass Alibaba einen Treuhänderservice Names “Alibaba Trade-Assurance” anbietet. Diesen kannst du nutzen, um deinen Zahlungen an deinen Lieferanten abzusichern.

Wenn du lieber einen Lieferanten aus Deutschland finden möchtest, kannst du Wer liefer was? Nutzen. Bei WLW kannst du Lieferanten aus Deutschland aber auch anderen europäischen Ländern finden. 

Anders als Alibaba ist WLW aber eine Vermittlungsplattform, die dir nicht ermöglicht Zahlung an Lieferanten abzuwickeln. Solltest du wissen wollen, welche Möglichkeiten es sonst noch gibt, kannst du das im Artikel Online-Shop eröffnen: woher Ware finden.

4. Finanzierung deine Ware

Der Bereich Online-Handel bietet fast unzählige Vorteil. Dennoch ist es auch wichtig auf die Nachteile hinzuweisen. Eines der Nachteile ist die Warenfinanzierung. Wenn du waren bestellst, musst du dieses Vorfinanzieren. Hohe Stückpreise der Ware und hohe Mindestbestellmengen können schnell zu sehr hohen Summen führen, die du bereitstellen musst.

Zwischen dem Zeitpunkt, an dem du deinen Lieferanten zahlen musst und dem Zeitpunkt, wenn dein Endkunde dich zahlt, können Monate vergehen, besonders wenn du Waren auf Fernost per Seeweg transportierst. 

Dennoch solltest du in der Lage sein, deine erste Bestellung für deinen Online-Shop, aus eignen Mitteln zu finanzieren. Bedenke aber auch, dass du noch genügend finanzielle Mittel hast, um in das Shopsystem, die Produktfotos, Produktbeschreibungen zu investieren. 

Im Artikel Online-Shop Kosten kannst bekommst du eine genaue Aufstellung aller Kostenarten sowie einer Beispielkalkulation.

Solltest du erfahrener im Bereich Online-Handel sein und regelmäßig Waren bestellen, kannst du auch deine Warenbestellungen mit Warenkrediten finanzieren. So kannst du deine Liquiditätsengpässe verhindern und dein Unternehmen besser skalieren.

Für Warenkredit gibt es spezielle Anbieter wie z. B. Fulfin, die sich auf diese Art von Krediten spezialisiert haben. 

Neben einem Warenkredit hast du auch die Möglichkeit Warenbestellungen mit Kreditkarten zwischenzufinanzieren. Einige Business-Kreditkarten wie die American Express Business Platinum Card bieten dir  bis  zu 60 Tagen als Zahlungsziel an

So kannst du bereits einige Zeit überbrücken und kannst die Zeit in dem du die Waren vorfinanzieren musst verringern. Diese Methode solltest du aber nur nutzen, wenn du dir sicher bist, dass du deinen Kreditkarten Rechnung auch sofort begleichen kannst. Sonst drohen dir hohe Kreditzinsen.

5. Zertifikate und Konformitätserklärungen

Es gibt viele Produktkategorien, die nationale oder europäischen Regularien unterworfen sind. Eine der bekanntesten ist z. B. die CE-Zertifizierung. Außerdem gibt es z. B. die RoHS, die du auf Elektrogeräte finden kannst. 

Die meisten Produktkategorien unterliegen Regularien, die du kennen solltest, bevor du dein Produkt herstellen lässt. Besonders, wenn du dein Produkt in Fernost bestellst, ist der Lieferant nicht unbedingt mit deinen lokalen Bestimmungen vertraut. 

Deswegen solltest du dich eigenständig darum kümmern. Auf der Seite ProductIP kannst du herausfinden, ob dein Produkt eine bestimmte Zertifizierung benötigt. 

Solltest du herausfinden, dass dein Produkt einer bestimmten Regelung unterliegt, bedeutet das aber nicht gleich, dass du dieses Produkt nicht herstellen sollst. Informiere dich, welche Zertifikate du benötigst und wie viel diese kosten werden. Es gibt Agenturen, wie QIMA, die darauf spezialisiert sind.

Sobald du die nötigen Zertifikate erhalten hast, kannst du eine sogenannte Konformitätserklärung erstellen. Aus der Konformitätserklärung geht hervor, dass dein Produkt konform zu allen nationalen und internationale Regularien ist.

TIpp: Bei jeder Warenbestellung solltest du immer eine Pre-Shipping Inspection durchführen lassen. Diese Pre-Shipping Inspection auf Deutsch Vor-Verladekontrolle prüft vor Ort – noch beim Lieferanten – durch einen Stichprobentest, ob die Waren den geforderten Qualitätsstandards entspricht. Erst nach erfolgreicher Pre-Shipping Inspection, wird die Waren an dein Lager versendet.

Eine Pre-Shipping Inspection ist immer eine lohnende Investition. Du möchtest nicht, dass ein 40 Fuß Container mit fehlerhaften Teilen in deinem Lager ankommt. Es gibt viele verschiedene Agenturen, die Pre-Shipping-Inspections anbieten eine dieser Agenturen ist QIMA.

6. Ansprechende Produktbilder erstellen

Gute Produktbilder in deinem Online-Shop zu haben sind das A und O. Für 60 % der Deutschen ist das Produktfoto immer noch das beliebteste Medium, um sich bei einem online Einkauf mit dem Produkt vertraut zu machen.

Die Kunden können das Produkt in einem Online-Shop nicht in die Hand nehmen, deswegen ist der Eindruck, den sie gewinnen mit den Produktbildern. 

Diese Produktbilder solltest du von einem professionellen Fotografen erstellen lassen. Einen Fotografen für Produktbilder kannst du entweder lokal finden oder auch einen Anbieter, dem du dein Produkt zuschickst und dieser erstellt die Bilder

Denke daran, dass deine Produktbilder auch Lifestyle-Bilder enthalten. Lifestyle-Bilder sind Bilder in dem Menschen deine Produkte nutzen. Wenn du z. B. eine Yoga-Matte verkaufst, sollte der Kunde die Yoga-Matte in Nutzung sehen. 

Erst mit diesen Lifestyle-Bildern, werden die Emotionen von Menschen getriggert. Sollte der Aufwand für dich zu groß sein ein Modell für ein Fotoshooting zu engagieren, kannst du auch Fotomontagen mit deinem Produkt erstellen. 

7. Aussagekräftige Produktbeschreibungen

Genau wie die Produktbilder sind die Produktbeschreibungen wichtig. Sie könnend noch mehr Details zu deinem Produkt geben und eventuelle Kundeneinwände auflösen.

Deswegen solltest du deine Produktbeschreibungen von professionellen Redakteuren schreiben lassen, wenn du die redaktionellen Fähigkeiten nicht hast. 

Du musst beachten, dass deine Kunden nicht die Funktionen deines Produktes kennen wollen, sondern die Vorteile. Die Vorteile fokussieren sich immer auf den Outcome. 

Das bedeutet, wenn du Yoga-Matte verkaufst, verkaufst du keine Yoga-Matte aus 2 cm dickem Schaum, sondern du verkaufst eine Yoga-Matte, die deinen Kunden dabei hilf fit zu werden und im Yoga-Kurs zu überzeugen.

8. Online-Shop eröffnen: Rechtliches und Produkthaftung

Jetzt kommen wir zum weniger schönen Thema, die den Bereich Online-Handel betrifft und das sind die rechtlichen Aspekte und  die Haftung. Bitte beachte, dass du dir im Zweifel professionelle Hilfe von einem Anwalt holen solltest.

Grundsätzlich musst du als Unternehmen für deine Produkte haften. Sollte der Hersteller deinen Produkten außerhalb von Europa liegen, musst du als Importeur für das Produkt und die Sicherheit haften. 

Deswegen ist es empfehlenswert eine Produkthaftpflichtversicherung abzuschließen. Hier kannst du mehr erfahren, was die Produkthaftung angeht.

Bei einer Personengesellschaft musst du im Falle der Haftung mit deinem Privatvermögen haften. Bei einer Kapitalgesellschaft ist die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen beschränkt. 

Allerdings kann es dir auch mit einer Kapitalgesellschaft passieren, dass du privat haften, wenn die Fahrlässigkeit festgestellt wird. Außerdem gibt es das leidige Thema der Rechtssicherheit. 

Besonders im Abmahnungsland Deutschland ist die Rechtssicherheit ein Thema, das du ernst nehmen solltest. Sonst kann dir schnell mal eine Abmahnung ins Haus flattern. 

Hierfür hilft es nur, die Dienstleistungen des Händlerbunds oder der IT-Kanzlei-Recht zu nutzen. Diese helfen dir die passenden Rechtstexte zu erstellen, die Teil deines Online-Shops sein müssen. 

Außerdem informieren sie dich darüber, welche Begriffe, Markennamen oder Produktkategorien gerade abmahngefährdet sind. 

Außerdem musst du die DSGVO als Shopbetreiber Erste nehmen. Du speicherst sensible Kundendaten, die du DSGVO-Konform speichern und verarbeiten musst. 

Hier hilft es dir auf ein Shopsystem zurückzugreifen, dass von Haus aus Rechtssicherheit und DSGVO-Konform ist wie z. B. Jimdo. Shopify kann mittlerweile auch DSGVO-konform genutzt werden.

9. Online-Shop eröffnen und Gewerbe anmelden

Ein wichtiger Schritt, damit du überhaupt einen Online-Shop eröffnen kannst, ist es ein Gewerbe anzumelden. Du musst immer ein Gewerbe anmelden, wenn du Gewinnerzielungsabsichten hast. 

Dieses ist mit der Eröffnung eines Online-Shops erfüllt. Du kannst als Einzelunternehmer starten und wenn du erfolgreichst bist eine UG oder eine GmbH gründen. 

Wenn du dich also dazu entschließt einen Online-Shop zu eröffnen, gehe zu deinem Gewerbeamt und melde ein Gewerbe an. In diesem Artikel findest du eine Anleitung wie du dein Gewerbe anmeldest.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Was muss man beachten wenn man ein Online-Shop eröffnet?

Es gibt einige Dinge, die du beachten musst, wenn du bevor einen Online-Shop erstellen kannst. Ich hoffe dieser Artikel, hat dich über die wichtigsten Elemente informiert.

Welches Gewerbe brauche ich für einen Onlineshop?

Einen Online-Shop, kannst du mit einem Kleingewerbe starten. Du kannst außerdem die Kleinunternehmern-Reglung nutze, wenn diese für dich Vorteile bietet.

Wie teuer ist ein Online-Shop?

Die größten Kosten entstehen bei für die Bestellung der Produkte. Außerdem hast du z. B. Kosten für dein Shopsystem. Im Artikel Online-Shop Kosten habe ich für dich die wichtigen Kostentreiber eines Online-Shops vorgestellt.

Wie ist ein Onlineshop aufgebaut?

Heutzutage kannst du einen Shopsystem wie Shopify nutzen, dass dir alle wichtigen Funktionen für deinen Online-Shop bietet. Es ist eine cloudbasierte Lösung, die sich einfach nutzen lässt, ohne dass du einen komplizierte Open-Source Lösung nutzen musst.

Fazit

Einen Online-Shop zu eröffnen kann eine sehr gute Möglichkeit sein, Produkte zu verkaufen oder einen stationären Laden, um einen Online-Handel zu erweitern. Dennoch musst du auch hierfür einige Dinge beachten. 

Ich hoffe, ich konnte dir in diesem Artikel, die wichtigsten Bestandteile erklären, die du wissen musst, bevor du einen Online-Shop eröffnest. Am Anfang klingt das alles kompliziert als es ist. 

Gehe eine Stufe nach der anderen und denke daran, dass es für alles Lösungen gibt. Solltest du an einer Stufe scheitern, kannst du dir immer noch externe Hilfe einholen.