Ein-Mann-GmbH: Ist die Ein-Mann-GmbH die richtige Rechtsform für dein Unternehmen?

Die Ein-Mann-GmbH ist eine interessante Rechtsform, wenn du bereits ein Solo Business besitzt, das du als Einzelunternehmen oder UG gestartet hast.

In diesem Post wirst du lernen, ob die Ein-Mann-GmbH die richtige Rechtsform ist wenn du ein Unternehmen gründen willst.

Was ist eine Ein-Mann-GmbH?

Die GmbH ist eine der häufigsten Rechtsformen in Deutschland. Es gibt zur Zeit in Deutschland knapp 720 000 GmbHs.

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung gehört zu den Kapitalgesellschaften.

Die Ein-Mann-GmbH repräsentiert einen vereinfachte Version der GmbH mit nur einem Gesellschafter, der gleichzeitig auch der Geschäftsführer ist.

Wie hoch sind die Gründungskosten der Ein-Mann-GmbH?

Die Gründungskosten sind sehr unterschiedlich. Es kommt darauf an, ob du ein Musterprotokoll oder ein Gesellschaftsvertrag nutzen möchtest.

Solltest du ein Gesellschaftsvertrag nutzen kommt es darauf an wie viele Sacheinlagen du vornimmst. Jede Sacheinlage muss in ihrem Wert im Gesellschaftsvertrag festgehalten werden.

Außerdem können viele verschiedene vertragsrechtliche Besonderheiten in einem Gesellschaftsvertrag individuell angepasst werden. Typischerweise kann man sagen, dass ein Handelsregistereintrag ungefähr 150 € kostet.

Die Notarkosten für einen Gesellschaftsvertrag belaufen sich auf etwa 825 € .

Welches sind die Gründungsformalitäten die du erledigen musst?

Wenn du eine Ein-Mann-GmbH gründest hast du genauso wie bei einer normalen GmbH einige Formalitäten zu erledigen.

Folgende Schritte musst du für die Gründung erledigen:

Schritt 1:

Du musst dir einen Namen für deine Firma ausdenken.

Schritt 2:

Du musst festlegen, wieviel du als Startkapital einbringen möchtest. Dabei musst du 25 000 Euro mindesten für die die Gründung einbringen. Du solltest dir allerdings überlegen, ob du auch Sacheinlagen einbringen möchtest.

Schritt 3:

Du musst einen Gesellschaftsvertrag oder ein Musterprotokoll aufsetzen oder aufsetzen lassen. Solltest du bei der Gründung auch Sacheinlagen einbringen wollen benötigst du einen Gesellschaftsvertrag.

Das Musterprotokoll hingegen, ist ein vereinfachter Vertrag, indem du nicht alle Details regeln kannst wie in einem Gesellschaftsvertrag.

Im Falle einer Ein-Mann GmbH kann ein Mustervertrag für dich ausreichend sein.  

Im Gesellschaftsvertrag wird die Tätigkeiten einer GmbH, der Sitzt und Informationen über die Stammeinlagen festgehalten.

Schritt 4:

Der Gesellschaftsvertrag oder das Musterprotokoll muss von deinem Notar beurkundet werden.

Schritt 5:

Du musst ein Geschäftskonto für deine Ein-Mann-GmbH eröffnen.

Schritt 6:

Du kannst dann deine GmbH im Handelsregister eintragen lassen.

Schritt 7:

Die GmbH wird beim Gewerbeamt sowie beim Finanzamt anmelden.

Wie kann ich meine Ein-Mann-GmbH benennen?

Es gibt drei verschiedenen Arten wie die GmbH benannt werden kann.

Es gibt dabei Personenname. In diesem Fall würde deine Firma „Max Mustermann GmbH“ heißen.  

Du kannst aber auch einen Sachname wählen wie z. B. „Obsthandel GmbH“.

Außerdem sind Fantasienamen zulässig. Du kannst also deiner Kreativität freien Lauf lassen. Ein Fantasiename wäre z. B. „MaxiMusti GmbH“.

Es ist nur wichtig, dass du immer den Firmenname Zusatz GmbH nutzt.

Ein-Mann-GmbH

Was ist das Musterprotokoll?

Das Musterprotokoll ist ein Gründungsprotokoll einer GmbH oder auch einer UG.

Im Gegensatz zu einem Gesellschaftsvertrag ist das Musterprotokoll vereinfacht. Es kombiniert den Gesellschaftsvertrag, die Gesellschafterliste und die Bestellung zum Geschäftsführer.

Das Musterprotokoll kann dann benutzt werden, wenn es maximal drei Gesellschaft gibt.

Bei einer Ein-Mann-GmbH kann man sehr gut ein Musterprotokoll nutzen, da es nur einen Gesellschafter gibt.

Wie läuft die Eintragung in das Handelsregister ab?

Bevor du deine Ein-Mann-GmbH in das Handelsregister eintragen kann musst du einige bürokratische Hürden überwinden.

Schritt 1:

Solltest du einen Gesellschaftsvertrag wählen kannst du eine Anwalt aufsuchen. Der Anwalt wird dich dabei beraten, welche Inhalte du in einem Gesellschaftsvertrag beachten musst. Die anderen Lösung ist es ein Musterprotokoll zu nutzen. Das Musterprotokoll kannst du eigenständig ausfüllen.

Schritt 2:

Ein Notar muss den Gesellschaftsvertrag oder das Musterprotokoll beurkunden.

Schritt 3:

Du eröffnest ein Geschäftskonto und zahlst das Stammkapital ein.

Schritt 4:

Die GmbH kann nun in das Handelsregister eingetragen werden. Mit der Eintragung in das Handelsregister ist deine Ein-Mann-GmbH gegründet.

Wer ist der Geschäftsführer der Ein-Mann-GmbH?

Bei der Ein-Mann-GmbH bist du der Gesellschafter und zugleich der Geschäftsführer.

Wie hoch ist das Stammkapital, das ich bei der Gründung einbringen muss?

Das Stammkapital der Ein-Mann-GmbH beträgt genau wie bei der normalen GmbH 25 000 Euro.  

Diese 25 000 Euro müssen von dir als Bar- oder Sacheinlagen eingebracht werden. Sacheinlagen kannst du nur einbringen, wenn du auch ein Gesellschaftsvertrag hast .

Solltest du die Ein-Mann GmbH mit einem Musterprotokoll gründen kannst du ausschließlich Bareinlagen vornehmen. Es ist nicht möglich Sacheinlagen vorzunehmen.

GmbH

Wo muss das Stammkapital eingezahlt werden?

Bei der Gründung einer Kapitalgesellschaft musst du eine Stammkapital einzahlen.

Bei der Ein-Mann-GmbH beträgt dieses Stammkapital 25 000 Euro. Diese Stammkapital muss auf das Geschäftskonto deiner neu gegründeten GmbH eingezahlt werden.

Diese Geschäftskonto kannst du entweder bei deiner lokalen Bank oder bei einer Online-Bank eröffnen.

Allerdings musst du bei den Online-Banken darauf achten, dass sie auch Geschäftskonten für Kapitalgesellschaften anbieten.

Es gibt Online-Banken, die nur Konten für Personengesellschaften anbieten.

Der erste Schritt ist es, wenn du eine Bank gefunden hast den ersten Teil des Stammkapitals als Barmittel auf das Konto zu überweisen.

Der erste Betrag beträgt 12 500 Euro. Ohne diesen Betrag kannst du nicht deinen GmbH im Handelsregister eintragen lassen

Wie ist die Haftung der Ein-Mann-GmbH geregelt?

Die Haftung bei einer Ein-Mann-GmbH ist genauso geregelt wie die einer normalen GmbH.

Du haftest bei der Ein-Mann-GmbH mit dem Betriebsvermögen und mindestens mit der Höhe der Stammkapitals.

Solltest du 25 000 € Stammkapital eingebracht haben, ist dies der Betrag mit dem du mindestens haftest.

Sollte das Betriebsvermögen allerdings höher sein musst du mit dem kompletten Betriebsvermögen haften.

Wie ist die GmbH rechtlich gestellt?

Die GmbH ist eine eigene Rechtspersönlichkeit. Das bedeutet, dass die GmbH die gleichen Rechten und Pflichten wie eine natürliche Person besitzt.

Wenn du eine GmbH gründest und du physische Produkte herstellst haftet die GmbH gegenüber deinen Endkunden.

Die Produkthaftung wir von der GmbH übernommen. Allerdings bedeutet dies nicht, dass du als Gesellschafter fahrlässig handeln darfst.

Im Falle, dass dir ein grob fahrlässiges Verhalten nachgewiesen werden kann, kannst du auch mit deinem privaten Vermögen in die Haftung genommen werden.

Dies nennt man die sogenannte Durchgriffshaftung.

GmbH Planung

Wie ist die Besteuerung der Ein-Mann-GmbH geregelt?

Die Steuerlast einer Ein-Mann-GmbH ist insgesamt niedriger als die einer Personengesellschaft.

Deswegen ist die GmbH immer noch einen sehr beliebte Rechtsform in Deutschland.

Dies kann somit interessant sein, wenn du bereits hohe Gewinne erwirtschaftest, um einen niedrigere Steuerlast tragen zu müssen.

Das Einzelunternehmen muss die Gewinne mit seinem Einkommensteuer versteuern.

Diese Einkommensteuer kann bis zu 42% betragen. Folgende Steuern musst du für die GmbH berücksichtigen:

Körperschaftsteuer:

Alle Gewinne, die du mit deiner Ein-Mann-GmbH erzielst unterliegende der Körperschaftsteuer dabei ist es unerheblich, ob die Gewinne ausgeschüttet oder einbehalten werden.

Die Körperschaftsteuer musst du vierteljährlich an das Finanzamt abführen. Einmal im Jahr musst du eine Jahresabrechnung beim Finanzamt abgeben und bekommst entweder ein Rückerstattung oder du musst eine Nachzahlung leisten.

Die Körperschaftsteuer beträgt in Deutschland 15%

Gewerbesteuer:

Wenn du eine eine Ein-Mann-GmbH gründest unterliegst du der Gewerbesteuer.

Die Gewerbesteuer muss du wie die Körperschaftsteuer vierteljährlich vorausgezahlt werden.

Einmal im Jahr musst du eine Jahresabrechnung beim Finanzamt abgeben. Die Gewerbesteuervorauszahlung gibst du bei der Gemeinde ab.

Von deiner Gemeinde erhältst du einen Gewerbesteuerbescheid.

Der Steuersatz für die Gewerbesteuer beträgt 3,5 %. Der Hebesatz ist je nach Gemeinde unterschiedlich.

In manchen Gemeinden beträgt er nur 200% in anderen Gemeinden wie beispielsweise München bis zu 480 %.

Solidaritätszuschlag:

Der Solidaritätszuschlag beträgt 5,5 % und muss genauso wie die Körperschaftsteuer vierteljährliche vorausgezahlt werden.

Auch hier musst du beim Finanzamt einmal im Jahr eine Jahresabrechnung abgeben.

Das Finanzamt erstattet dir dann entweder wieder etwas zurück oder du musst nachzahlen.

Kapitalertragsteuer:

Wenn Gewinne an einen Gesellschafter der GmbH ausgezahlt werden, fallen zusätzlich noch 15% Kapitalertragsteuer an.

Die Kapitalertragsteuer kann dann anfallen, wenn du dir Gewinne auszahlst. Die Gewinnen die außerhalb deines Gehaltes als Geschäftsführers liegen.

Gehalt des Geschäftsführers:

Dein Gehalt als Geschäftsführer kannst du als Betriebsausgabe steuerlich geltend machen.

Das bedeutet, dass dein Gehalt sich steuerlich positiv auf die Steuerlast auswirkt.

Start Up

Wie sieht die Buchführung der Ein-Mann-GmbH aus?

Die Ein-Mann-GmbH unterliegt den normalen Gesetzen des HBGs.

Das bedeutet, dass du verpflichtet bist eine gesetzliche Buchführung durchzuführen mit doppelter Buchführung und Jahresbilanz.

Solltest du eine Ein-Mann-GmbH gründen hast du eine vereinfachte Buchführung. Dies gilt für Kleingewerbe die unter 10 Mitarbeiter haben.

Das heißt, du musst nur einmal im Jahr eine Bilanz abgeben, die darüber informiert was dein Betriebsvermögen und deine Verbindlichkeiten sind.

Außerdem erstellst du einen Gewinn- und Verlustrechnung, welche sich auf das laufende Geschäftsjahr deiner Ein-Mann-GmbH bezieht.

Sie gibt darüber Informationen was du ausgegeben und was du eingenommen hast. Daran kann eine externe Personen erkennen – wie beispielsweise die Bank – wie profitabel dein Unternehmen ist.

Außerdem ist die GuV Rechnung ein wichtiges Dokument, wenn du ein Unternehmen in der Zukunft verkaufen möchtest.

Welches sind die besten Alternativen zu der Ein-Mann-GmbH?

Die naheliegendste Alternative für die Ein-Mann- GmbH ist die UG.

Solltest du noch am Anfang deiner unternehmerischen Reise sein, kann es empfehlenswert sein erst einmal ein Einzelunternehmen zu gründen.

Das Einzelunternehmen ist einfacher und günstiger in der Gründung. Dies bereitet dann die richtige Basis, um erstmal die Geschäfte ins Laufen zu bringen, um später dann auf eine Kapitalgesellschaft umzufirmieren.

Wie kann man die Ein-Mann-GmbH auflösen?

Wenn du eine Ein-Mann-GmbH gründest ist die Auflösung vereinfacht. In diesem Fall musst du dich nicht mit anderen Gesellschaftern abstimmen.

Wie die GmbH kann dann folgenden Fall aufgelöst werden:

  • Der Gesellschaftsvertrag beendet ist
  • Die Auflösung von dir beschlossen ist
  • Die GmbH in ein Insolvenzverfahren kommt

Das sind die verschiedenen Beispiele der Auflösung. Die Ein-Mann-GmbH kommt anschließend in die sogenannte Liquidationsphase.

In dieser Phase musst du die Geschäfte der GmbH weiterführen bis alle Verpflichtungen gegenüber Gläubigern geleistet wurde.

Wenn die GmbH sich in einem Insolvenzverfahren befindet, kann diese auch einen Insolvenzverwalter übernehmen.

Arbeit

Was sind die Vor- und Nachteile der Ein-Mann-GmbH?

Vorteile:

Der Vorteil der Ein-Mann-GmbH ist die Haftungsbeschränkung. Die Haftung beschränkt sich ausschließlich auf das Betriebsvermögen.

Durch die große Bekanntheit der GmbH, ist es außerdem ein Vorteil, dass die GmbH für potentielle Kunden ein größeres Ansehen genießt.

Außerdem ist ein großer Vorteil, wenn du eine GmbH gründet, dass dein privates Vermögen und dein Gesellschaftsvermögen klar getrennt sind.

Dies kann dir insbesondere dabei helfen, wenn du dein Unternehmen in der Zukunft verkaufen möchtest.

Der Verkauf ist sehr einfach durchzuführen, da man das Unternehmen auf einen neue Gesellschaft übertragen kann.

Nachteile:

Ein großer Nachteil der Ein-Mann-GmbH ist es, dass du am Anfang bei der Gründung viele Formalitäten erledigen muss.

Durch die viele Formalitäten entstehen hohe Gründungskosten.

Sollte deine Unternehmen schon bereits etabliert sein, kannst du auch einen Umfirmierung von einem Einzelunternehmen zu einer GmbH durchführen.

Wie kann man ein Einzelunternehmen in eine Ein-Mann-GmbH umwandeln?

Wenn du eine Ein-Mann-GmbH gründen willst und du vorher ein Einzelunternehmen hattest wird dies juristisch als eine Neugründung angesehen.

Das Kapital aus deinem Einzelunternehmen kannst du einfach in die GmbH überführen.

Möchtest du nicht mehr mit deinem privaten Vermögen haften ist die Ein-Mann-GmbH die richtige Rechtsform.

Du kannst damit die Haftung auf das Gesellschaftsvermögen übertragen.

Fazit

In diesem Blogpost konntest du alle Informationen lernen, die relevant sind für die Gründung einer Ein-Mann GmbH.

Jetzt weißt du, ob die Ein-Mann-GmbH als Kapitalgesellschaft die richtige Rechtsform für dein Solo Business ist.

Du kennst jetzt die größten Vor-und Nachteile und weiß auch genau welche Schritte du unternehmen musst, wenn du eine solche Ein-Mann-GmbH gründen möchtest.

Welche Rechtsform hast du dich entschieden und warum?

Ist die Ein-Mann-GmbH für dich die bessere Rechtsform verglichen zu einer UG?

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2 Gedanken zu „Ein-Mann-GmbH: Ist die Ein-Mann-GmbH die richtige Rechtsform für dein Unternehmen?“

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